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FKM-Richtlinie für Schweißnähte
Der vollständige Leitfaden zur Festigkeitsbewertung von Schweissnähten nach FKM-Richtlinie — von den 6 Nachweisschritten bis zur Software-Unterstützung.
Die FKM-Richtlinie: Zweck und Geltungsbereich
Die FKM-Richtlinie (Forschungskuratorium Maschinenbau) ist der maßgebliche Leitfaden für den rechnerischen Festigkeitsnachweis im allgemeinen Maschinenbau. Während der Eurocode 3 primär für den Stahlbau gilt, deckt die FKM-Richtlinie ein breiteres Werkstoffspektrum (Stahl, Gusseisen, Aluminium) und Bauteilgeometrien ab. Die aktuelle 7. erweiterte Ausgabe (2020, VDMA Verlag) enthält wesentliche Erweiterungen, insbesondere für Schweissnähte.
Die 6 Nachweisschritte im Überblick
Der FKM-Festigkeitsnachweis folgt einem systematischen 6-Schritt-Verfahren: (1) Beanspruchungsermittlung — Spannungen aus FEA oder analytischer Berechnung, (2) Werkstoffkennwerte — Festigkeit und Dauerfestigkeit aus Werkstoffdaten, (3) Konstruktive Gestaltung — Kerbwirkung und Größeneinfluss, (4) Sicherheitsfaktoren — je nach Bauteilversagensfolgen, (5) Statischer Nachweis — Vergleichsspannung vs. zulässige Spannung, (6) Betriebsfestigkeitsnachweis — Lebensdauerbewertung unter zyklischer Last.
Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Fehlt ein Schritt, ist der gesamte Nachweis ungültig. Genau hier liegt die Herausforderung für manuelle Berechnung.
Statischer Nachweis vs. Betriebsfestigkeitsnachweis
Der statische Nachweis prüft, ob die Schweissnaht unter maximaler Belastung standhalt. Die zulässige Spannung ergibt sich aus der Werkstoff-Streckgrenze, reduziert um einen Sicherheitsfaktor und den Schweissnahtfaktor. Der Betriebsfestigkeitsnachweis bewertet die Lebensdauer unter zyklischer Belastung und berücksichtigt Lastkollektive, Mittelspannungseinfluss und Oberflächenzustand.
Synthetische Wöhlerlinien für Schweissnähte
Die FKM-Richtlinie verwendet synthetische Wöhlerlinien, die aus Werkstoffkennwerten und Konstruktionsparametern berechnet werden. Für Schweissnähte werden spezifische Korrekturfaktoren angewandt, die den Nahttyp, die Nahtgüte und den Oberflächenzustand berücksichtigen.
Nennspannungs-, Strukturspannungs- und örtliches Konzept
Die FKM-Richtlinie unterstützt drei Bewertungskonzepte: Das Nennspannungskonzept eignet sich für einfache Geometrien. Das Strukturspannungskonzept (Hot-Spot) verwendet FEA-Ergebnisse und linearisierte Spannungen. Das örtliche Konzept arbeitet mit der tatsächlichen Kerbspannung und ist am genauesten, aber auch am aufwändigsten.
FKM vs. Eurocode 3: Wann welche Richtlinie?
Im Stahlbau mit bauaufsichtlicher Bedeutung ist der Eurocode 3 vorgeschrieben. Im allgemeinen Maschinenbau — Anlagenbau, Fördertechnik, Sondermaschinenbau — ist die FKM-Richtlinie die erste Wahl. NahtNorm rechnet heute nur nach Eurocode 3; die FKM-Richtlinie steht im Entwicklungsstand mit offenem Status.
7. Auflage (2020): Was ist neu?
Die 7. erweiterte Ausgabe der FKM-Richtlinie (2020) bringt überarbeitete Schweissnahtfaktoren, erweiterte Werkstoffdaten und präzisierte Regeln für die FEA-basierte Nachweisführung. Besonders relevant: Neue Regelungen zur Berücksichtigung von Eigenspannungen in Schweissverbindungen.
Rechnet NahtNorm den FKM-Nachweis?
Heute nicht. NahtNorm führt den Schweißnahtnachweis nach EN 1993-1-8 und den Ermüdungsnachweis nach EN 1993-1-9. Die FKM-Richtlinie steht auf der Roadmap, ist aber nicht Bestandteil des Produkts — den vollständigen Stand führen wir unter Entwicklungsstand.
Für viele geschweißte Baugruppen im Maschinenbau ist das kein Ausschlusskriterium: Wo der Eurocode-Nachweis zulässig und vereinbart ist, deckt er den Fall ab. Wo die FKM-Richtlinie vertraglich gefordert ist, braucht es sie — sagen Sie uns das bei der Anmeldung, dann richtet sich die Reihenfolge auf der Roadmap danach.
NahtNorm rechnet heute den Nachweis nach Eurocode 3 — statisch und Ermüdung, mit prüffähigem Bericht.
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