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FKM-Richtlinie für Schweissnaehte: So führen Sie den Festigkeitsnachweis korrekt durch

Die 6 Nachweisschritte der FKM-Richtlinie für Schweissnaehte im Detail. Mit Praxisbeispiel, Version 7 (2024) Änderungen und Vergleich zu Eurocode 3.

WeldCheck Redaktion2 Min. LesezeitNormen

Was ist die FKM-Richtlinie und warum ist sie wichtig?

Die FKM-Richtlinie des Forschungskuratoriums Maschinenbau ist der massgebliche Leitfaden für den rechnerischen Festigkeitsnachweis im allgemeinen Maschinenbau. Waehrend der Eurocode 3 primaer für den Stahlbau gilt, deckt die FKM-Richtlinie Stahl, Gusseisen und Aluminium ab. Die aktuelle Version 7 (2024) erweitert die Regelungen für Schweissnaehte erheblich.

Die 6 Nachweisschritte im Detail

Der FKM-Festigkeitsnachweis folgt einem systematischen 6-Schritt-Verfahren:

  1. Beanspruchungsermittlung — Spannungen aus FEA oder analytischer Berechnung
  2. Werkstoffkennwerte — Zugfestigkeit, Streckgrenze und Dauerfestigkeit
  3. Konstruktive Gestaltung — Kerbfaktoren, Größeneinfluss, Oberflaechenrauheit
  4. Sicherheitsfaktoren — Abhängig von Bauteilversagensfolgen (1,2 bis 2,5)
  5. Statischer Nachweis — Vergleichsspannung vs. zulässige Spannung
  6. Betriebsfestigkeitsnachweis — Lebensdauer unter zyklischer Belastung

Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Fehlt ein Schritt, ist der gesamte Nachweis ungültig.

Besonderheiten für Schweissnaehte: Synthetische Woehlerlinien

Die FKM-Richtlinie verwendet synthetische Woehlerlinien für Schweissnaehte. Diese werden nicht experimentell ermittelt, sondern aus Werkstoffkennwerten und Konstruktionsparametern berechnet. Der Vorteil: Keine teuren Dauerfestigkeitsversuche nötig. Der Nachteil: Die Genauigkeit haengt von der korrekten Parameterbestimmung ab.

Version 7 (2024): Die wichtigsten Änderungen

Die Version 7 bringt wesentliche Neuerungen für Schweissnaehte:

  • Ueberarbeitete Schweissnahtfaktoren für verschiedene Nahttypen
  • Erweiterte Werkstoffdaten für hochfeste Staehle
  • Praezisierte Regeln für die FEA-basierte Nachweisführung
  • Neue Regelungen zur Beruecksichtigung von Eigenspannungen

FKM vs. EC3: Entscheidungshilfe

| Kriterium | FKM-Richtlinie | Eurocode 3 | |-----------|---------------|-----------| | Hauptanwendung | Maschinenbau | Stahlbau | | Werkstoffe | Stahl, Guss, Alu | Stahl | | Bauaufsicht | Nein | Ja | | Betriebsfestigkeit | Umfassend | Begrenzt | | Spannungskonzepte | 3 (Nenn, Struktur, lokal) | 1 (Nenn) |

Praxisbeispiel: Statischer Nachweis einer Kehlnaht

Gegeben: Kehlnaht a = 4 mm, Werkstoff S355, Sicherheitsfaktor j_s = 1,5. Vorhandene Normalspannung 120 MPa, Schubspannung 60 MPa.

Zulässige Spannung = Re × Nahtfaktor / Sicherheitsfaktor = 355 × 0,65 / 1,5 = 153,8 MPa. Vorhandene Vergleichsspannung = √(120² + 3 × 60²) = 156,2 MPa. Ausnutzungsgrad = 101,6 % — Nachweis nicht bestanden. Nahtdicke muss erhoest werden.

Software-Unterstützung: Excel-Grenzen und moderne Alternativen

Excel-basierte FKM-Nachweise stoßen bei komplexen Geometrien schnell an ihre Grenzen. Die manuelle Übertragung von FEA-Spannungen in Excel-Tabellen ist zeitaufwaendig und fehleranfaellig. Cloud-basierte Lösungen wie WeldCheck automatisieren den gesamten 6-Schritt-Prozess und erstellen prüffaehige Reports.

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